Bern unverpackt - "Fair spot" für regionale Nachhaltigkeit

 

Die Idee des nachhaltigen, abfallreduzierenden Einkaufens ist ein Thema, das seit ein paar Jahren immer mehr den Weg in die Öffentlichkeit findet. In vielen Städten etablieren sich kleine Geschäfte, die Lebensmittel, Kosmetik und Reinigungsprodukte verpackungsfrei anbieten und damit dem Plastik-Wahnsinn der grossen Supermarktketten entgegenwirken. Bern kann sich auch in dieser Hinsicht sehen lassen und hat gleich mehrere Standorte, an denen wir beim Einkauf ganz praktisch etwas für die Umwelt tun können.

 

Einer dieser Anlaufpunkte ist ab sofort Bern unverpackt, direkt integriert in die Kulturbar Werkhof 102. Damit hat der gerade im Dezember 2017 gegründete Verein eine Location gewählt, die durch ihre ungezwungene, offene Atmosphäre perfekt zur Idee passt und sowieso schon als Pool für kreativen Austausch bekannt ist.

 

Der Werkhof ist seit seiner Eröffnung 2016 ein Ort, wo es an vielfältigen Angeboten und einem jungen Publikum nur so sprudelt. Hier gibt es biologische Küche, vegetarische Menüs, Filmvorführungen, Lesungen, Konzertabende, Yoga und vieles mehr. Geplant ist, die Öffnungszeiten von Bern unverpackt an den Werkhof anzupassen und so oft wie möglich vor Ort zu sein, um neben dem Produktverkauf zugleich eine Plattform für  offene Fragen und Gespräche zu bieten.

 

Wer ist Bern unverpackt?

 

Die engagierten Ideengeber und Umsetzer hinter Bern unverpackt sind im Moment 15 an der Zahl, die sich aus ganz unterschiedlichen Kontexten zusammengefunden haben, um mehr Bewusstsein für nachhaltigen Konsum in die Stadt zu bringen. Gekannt hat sich die bunt gemischte Gruppe vor der Initiative noch nicht. Sie alle kamen über verschiedene Wege dazu, verbunden durch den Wunsch, nachhaltiges Engagement konkret und vor Ort in Bern umzusetzen. Das alles der Umwelt und einer fairen Wirtschaft zuliebe, die am besten über lokale Vernetzung und Kooperation mit anderen Initiativen funktioniert. 

 

 

Engagement aus Idealismus: fair, lokal und ehrenamtlich

 

Die Arbeit machen hier alle ehrenamtlich und das soll auch in Zukunft so bleiben. Überschüsse sollen in Projekte und Anschaffungen reinvestiert oder die Preise entsprechend angepasst werden, damit sich so viele wie möglich das unverpackte Einkaufen leisten können. 

 

Zum Sortiment werden neben einer Auswahl an biologischen Nahrungsmitteln auch Hygieneartikel, Reinigungsmittel und Naturkosmetik gehören. Alle Produkte werden nach der höchstmöglichen Qualität, im Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten, ausgewählt. Oberste Priorität hat dabei Lokalität, um kleine einheimische Unternehmen zu fördern und so zu einem fairen, denzentralisierten Wirtschaftskreislauf beizutragen.

 

Freuen könnt ihr euch schon jetzt auf ein kunterbuntes Angebot. In Zukunft gibt es hier zum Beispiel Polenta und Linsen vom Biohof Hübeli in Kallnach, Teigwaren und Rapsöl aus Berner Produktion vom "Gmüesesel" in der Länggasse, feine Schoki von "Naturzauber" aus Oberbalm und sogar ein eigens für Bern unverpackt kreiertes Zero-waste Deodorant vom jungen Unternehmen "Chrut u Beeri".

 

 

Und noch viel mehr Leckeres, Kreatives, Regionales....

 

 

Fair spot und Fair-Coin: Bern unverpackt ist mehr als nur Einkaufen

 

Neben dem Einkaufen soll hier zugleich diskutiert, laut gedacht, gefragt und visioniert werden. So wie der Werkhof eine "bunte Oase zum Begegnen und Geniessen" ist, möchte auch der Verein ganz klar die Gäste und Käufer zur Auseinandersetzung rund um Themen des nachhaltigen Lebens einladen. So entstehen neue Synergien, die an diesen Ort einfach passen. In diesem Sinne hat Bern unverpackt bereits von Anfang an Kontakte zu anderen "Fair spots" der Stadt, wie zur "Palette unverpackt" in der Münstergasse oder dem "I-Lade" in Spiegel bei Bern.

 

Den Gedanken des fairen Wirtschaftskreislaufs trägt der Verein auch in den Zahlungsmöglichkeiten weiter. Bezahlen können wir hier die Waren nicht nur mit CHF, sondern auch mit dem "Fair-Coin". Dieser wurde 2014 erstmals in Umlauf gebracht und gilt momentan als die ökologischste und widerstandsfähigste Kryptowährung. Losgelöst von €/CHF & Co zielt die Währung darauf ab, eine faire und dezentralisierte Wirtschaft zu fördern. Über die zugehörige Online-Plattform "Fair-Market" können sich entsprechende Handelspartner finden und fair produzierte Waren unmittelbar beziehen.

 

 

Bern unverpackt hat über den "Fair-Market" beispielsweise 100 Liter Olivenöl von einer kleinen Farm in Andalusien einkaufen können.

 

 

Ab sofort hat Bern unverpackt im Werkhof geöffnet und sucht derzeit noch weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die Lust haben, sich vor Ort im Verkauf und der Beratung zu engagieren. Ein Besuch im Werkhof 102 lohnt sich also gleich doppelt und lässt sich nun auch direkt mit nachhaltigem Einkaufen verbinden!

 

Herzlichen Glückwunsch an das Unverpackt-Team für das erfolgreiche Crowdfunding! Danke an Lukas, Emilie und Marcus für den gemütlichen Abend im Werkhof und an Stella für die schönen Bilder und ausführlichen Mails !

 

 

 

http://bern-unverpackt.ch/

https://fair-coin.org/de

https://www.werkhof102.com/